Mittwoch, 18. November 2015

Worte des ehemaligen Vorsitzenden - heute: Wie ich in einem Augenblick 20.- Euro beim "Sparen" los wurde

 tl;dr

Wer sich mit Lidl-Connect einläßt wird zwei Dinge brauchen. Erstens Geld das unerklärlich blitzschnell "verdampft" ehe sich's der Kunde versieht und zweitens braucht er Geduld mit der zweifelsohne derzeit überforderten Hotline oder was immer da so Schritte in Richtung "Dienst am Kunden" unternimmt. Wenn er dann noch den Humor nicht verliert kann er eines Tages sicher sorgenfrei gemeinsam mit Lidl und Vodafone in das "Paradies der mobilen Telefonie" gelangen. Ob ihn dort zweiundsiebzig Jungfrauen erwarten, wer weiß das schon? zur Zeit ist das Produkt "Lidl-Connect" jedenfalls ein "Bananenprodukt", d.h. es reift beim Kunden. Leidtragende sind einerseits die Kunden die telefonieren wollen und statt dessen ihr Geld unverständlich für sie "verdampfen" sehen ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Andererseits sind es die Mitarbeiter des Kundendienstes die ihr Bestes geben um allseits vorhandene "Brände zu bekämpfen" und die Kunden bei Laune zu halten.

Einführung

Konkurrenz belebt das Geschäft, so heißt es oftmals. Ob das der Wahrheit entspricht? Manchmal ja, manchmal Nein. "Es kommt darauf an" würde der Jurist sagen. Schauen wir auf das Gebiet der Anbieter von Telekommunikationsdiensten.

Seit dem die glorreichen Zeiten der Deutschen Bundespost als Gralshüter der TAE-Anschlussdose Vergangenheit sind, seit dem hat sich einiges auf dem Telekommunikationsmarkt getan. Vorbei die Zeiten der Einheitsgrautelefone mit Wählscheibe. Was war das für ein Fortschritt. Man glaubte es kaum. Es gab schnurgebundene Telefonapparate in orange und grün. Zwar hatten die Dinger noch immer Wählscheiben, aber immerhin, ein erster Schritt war getan. Dann folgten Schlag auf Schlag Telefone mit Tastatur und manch Wagemutiger klemmte heimlich und verstohlen sogar ein Telefon an, das nicht das amtliche Posthörnchen trug und somit eigentlich illegal war.

Der Kunde wird mobil

Dann kam das C-Netz. Zur Wende und deutschen Einheit kamen die Zeitgenossen die etwas auf sich hielten mit einem Handköfferchen um die Ecke das sich als "tragbares Telefon" entpuppten und so jedermann klarmachten, hier kommt ein wichtiger Mensch, der überall und zu jeder Zeit erreichbar sein muß. Ein Hauch von "Mister Important" umwehte den Kofferträger, der nebenbei aller saftigste Gebühren für abgehackte Gespräche in einem mehr als löchrigen Netz zu zahlen bereit war. Das mehr und mehr zu hörende "Hallo, hallo, können Sie mich hören?", gefolgt von einem nicht wiederzugebenden Fluch, weil der "Telefonierer" mal wieder in ein Funkloch gefahren war, war an der Tagesordnung. Dann kamen die "Handys", Geräte die man auch heute noch locker zum Einschlagen eines Nagels in eine Betonwand nutzen konnte. eroberten langsam aber sicher den Markt. Daß die Gebühren in erträgliche Bereiche schrumpften, war weiterhin ein Traum.

Das D-Netz war ein weiterer Schritt der Befreiung vom Schnurtelefon. Die heute noch gebräuchliche Technik hat seit dem einige Sprünge gemacht und mittlerweile ist spätestens seit dem sagenumwobenen ersten iPhone die Tür ins "Mobile Telefonieparadies" aufgestoßen. Wer heute kein Smartphone hat, der ist "total outdated" und gilt als Relikt aus vergangenen Zeiten, ein Techno-Dinosaurierer eben. Handys mit einfachster Ausstattung das man zu zwei Dingen nutzen kann, Telefonieren und Schreiben von SMS, gelten schon als "Handy mit Wahlscheibe" und versprühen ähnlichen Charme wie seinerzeit as graue Einheitstelefon seliger Bundespostzeiten. Trotzdem begegnet man ihnen hin und wieder noch auf dem Wühltisch bei Saturn oder dem Media-Markt. Wer nicht mehr an Funktionalität braucht, oder eben mal schnell ein Handy braucht, z. B. als Zünderersatz, der ist damit bestens bedient.

Der Preisverfall schlägt zu

Nach den Taschenrechnern, die einst aus Schwindel erregenden preislichen Höhen den Weg auf den Wühltisch des 1-Euro-Shops angetreten haben, hat es jetzt die Handys erwischt. Wann die sog. Smartphones diesen Weg beschreiten, das bleibt abzuwarten. Aber kommen wird es. Die weite Preisspanne der Smartphones vom Schlage eines iPhone 6 oder eines Samsung Galaxy 6 bis hin zum Noname-Phone aus China läßt nachdenklich werden.

Auch der Preis der mobilen Freiheit beginnt stetig zu sinken. Man kann es daran erkennen, daß mittlerweile mehr Handyanschlüsse in Deutschland registriert sind als es Menschen in Deutschland hat. Auch in Rußland konnte ich seinerzeit einen Hang zum "Mobiltelefonnomaden" ausmachen. Dort wo es fast kaum Mobilfunkverträge nach deutschem Muster gibt, wechseln die Leute den Mobilfunkprovider bei Auftauchen neuer billigerer Tarife schneller als den Anbietern lieb ist. So entsteht langsam aber sicher ein Überhang aus "toten Seelen", d.h. vergebene Mobilfunknummern die seit langer Zeit nicht mehr genutzt werde.

Auch ich habe schon einige Provider durch in der Hoffnung auf gleich guten Service zu verringerten Kosten hinter mir gelassen. Seit ich öfter im Ausland war als in Deutschland, seit dem war das Ende der zweijährigen "Zwangsehe", genannt Mobilfunkvertrag alter Prägung, absehbar. Schon seit längerer Zeit telefoniere ich, noch immer unter der gleichen Nummer, jetzt aber im Prepaid-System. Das ist zwar teurer als ein Vertrag, bei dem man zu allem Überfluß auch noch alle zwei Jahre ein neues Handy erwerben kann. Verbilligt angeboten ist mancher Zeitgenosse gern bereit die "Ehe" einzugehen, Hauptsache die Mitgift besteht aus dem "Neuesten vom Neuen". Ob man die eintausendsechshundertzweiunddreißig verborgenen Features überhaupt nutzt, oder ob sie nicht noch zu weiterer Kostenbelastung führen, das übersieht manch einer geflissentlich, um dann bei der ersten Rechnung mit vor Schreck geweiteten Augen aufzuwachen.

Danaergeschenke oder "Schönen Gruß vom Trojanischen Pferd"

So ist es eine "gute Sitte" der Anbieter von Mobilfunkleistungen mit dem neuen Handy und Vertrag dem ahnungslosen Kunden zugleich zwei weitere Danaergeschenke anzudienen. Zum einen ist die Mailbox standardmäßig aktiviert. Das führt dazu, daß der geplagte Zeitgenosse zu Zeiten zu denen er seine Ruhe haben will oder haben muß die Mailbox zugetextet bekommt. Sie ist nämlich in "purer Sorge um den Komfort des Kunden" standardmäßig eingeschaltet. Und so erhält er mehr oder weniger sinnvolle Anrufe aufgedrängt, von denen er sonst verschont bliebe. Daß die Anrufenden sich dann hinterher beschweren ist abzusehen. "Man kann Dir auf die Mailbox sprechen, Du rufst ja nie zurück."

Die zweite "Fürsorglichkeit" verpassen einem die Handyhersteller. Ohne daß der unbedarfte Zeitgenosse es ahnt. Nach Auspacken und Inbetriebnahme des Gerätes fängt das kleine Wunderwerk gerade damit an den Geldbeutel des Technikfans Stück für Stück zum Wohle des Mobilfunkproviders zu leeren. Was der Unbedarfte Zeitgenosse nicht weiß ist, daß bei den neuen Geräten die Fähigkeit fortwährend Datenaustausch mit den Zentralsystemen des Providers durchzuführen standardmäßig eingeschaltet ist.

Und da das Gerät auch dazu in der Lage ist in das Internet zu gehen, deshalb macht das Gerät das auch. Und so sendet und empfängt das Gerät kleinste Brocken von Steuerdaten, die sich dann auf der Monatsabrechnung als "Datendienste" wiederzufinden sind. Selbst wenn der stolze Neubesitzer nicht einen Moment auf einer Internetseite mittels Smartphone herumgesurft ist, kommen so ganz erklägliche Summen zustande. Und gemäß dem alten Slogan "Kleinvieh macht auch Mist" verdienen die Telefonprovider daran nicht schlecht. Warum also die Handys "entschärft" ausliefern? Soll sich doch der Kunde darum kümmern die Zeitbombe zu entschärfen. Ich wüßte nicht um diese Phänomen wenn es mich nicht seinerzeit auch erwischt hätte. Ohne daß ich es mir erklären konnte war meine 30.-Euro-Karte in zwei Tagen "verdampft" in meinem neuen Smartphone. Ich hatte nicht den blassesten Schimmer woran das lag. Das Umstecken der Karte in ein "Handy mit Wählscheibe" brachte erst einmal Ruhe an der Gebührenfront.

Nicht schlecht staunte ich, als ich den bestens versteckten Schalter im vierten Unterlevel des Menüs zur allgemeinen Geräteeinstellung fand, mit dem man der Datengeschwätzigkeit ein Ende setzen und dem "nach hause telefonieren" einen Riegel vorschieben konnte. Im "Handbuch",der Kleinstbroschüre mit der grauen 9-Punkt-Schrift für die man auch gleich eine Lupe hätte mitliefern sollen, kein Wort davon welche Gefahr ein nicht entschärftes Handy für den Geldbeutel des Kunden bedeutet. Erst "mein Freund" Google brachte das Geheimnis an das Licht des Tages  Einmal ausgeschaltet war dann Schluß mit dem "Taschendiebstahl der neuen Art".

Adios Baby, asta la vista

Deutsche Telekom liefen mir mit der Zeit ebenso über den Weg wie Vodafone, Debitel und Fonic, nicht zu vergessen mein Techtelmechtel mit Congstar. Gibt es Unterschiede? Ja, die gibt es. Das Netz der Deutschen Telekom scheint für meinen Geschmack dichter geknüpft als die Netze von den Konkurrenten. Am Ehesten kommt da Vodafone noch mit. Und was aus dem berühmt berüchtigten Funklochnetz von O2 nach der Fusion mit dem ebenfalls seinerzeit löchrigen Netz von ePlus wird, das wissen wohl nur die Götter. Ausgehend von der Tatsache, daß zwei Blinde noch soviel Wille haben mögen ihre Fähigkeiten im Wege der vielfach gepriesenen Synergie-Effekte zusammen zu legen, aus ihnen wird in keinem Fall ein einziger Sehender mit dem Blick eines Adlers. Die Fusion von Daimler-Benz mit seinem amerikanischen Pendant Chrysler führte ja auch nicht zu einem Rolls-Royce sondern in das Desaster. Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

The fight musst go on

Auch die Anbieter von mobilen Tefoniediensten liefern sich schon seit längerer Zeit einen erbarmungslosen Konkurrenzkampf auf mehreren Ebenen. Das wird um Mobilfunklizenzen gekämpft. Angesichts des wechselbereiten Kunden und der Abscheu von langfristigen Bindungen dieser Kunden an den Mobilfunkprovider, nimmt die Zahl der Zweijahresverträge mit ihren verklausulierten Verträgen steig ab. Auf dem Vormarsch sind die Anbieter, bei denen man sich aus einem Baukasten seine benötigten Dienstleistungsmodule selbst zusammenstellen kann. Anbieter solcher Lösungen sind scheinbar neue selbstständige Unternehmen die dem Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten, gepaart mit der Möglichkeit die "Ehe" auf monatlicher Basis zu scheiden. Einer der Vorreiter war ALDI-Talk und Tchibo-Phone, die ihre Telekommunikationsleistungen bei ePlus bezogen. Da sind weiter zu nennen der Anbieter "CongStar", bei dem es sich um die "Billigmarken"-Tochter der Deutschen Telekom handelt. Auch O2 hat so eine Produktlinie und nun kommt Vodafone ebenfalls auf den Dreh und bietet ein Produkt an, das basierend auf dem Logo "Lidl-Connect" mobile Telefondienste im Baukasten-Prinzip anbietet.

Nach einer Analyse meines Telefoniergebahrens und der sich stetig stapelnden Kassenbons mit denen ich meine X-tra Karte der Deutschen Telekom "fütterte", stand der Entschluß fest. Die Telekommkosten sollten nachhaltig gesenkt werden. Was tun? Ein Preis- und Leistungsvergleich der einschlägigen Anbieter folgte, der so mancher Bachelor-Abschlußarbeit gut zu Gesichte gestanden hätten. Der "Partner meiner Wahl" war Lidl. Mit dem Angebot von 14,99 Euro monatlich entweder wie gehabt aufzuladen oder per Bankeinzug abzubuchen, ließ sich das angebotene Paket gut an. Neben Festnetz- und Mobilfunknetzflat in alle deutschen Netze ausgenommen Sondernummern, sowie einem für meine Zwecke voll ausreichenden Kontingent an SMS und Internet fand ich das Angebot sehr attraktiv. Hinzukam, daß der hinter der Sache stehende Provider Vodafone war, ein Provider mit einem relativ guten Netzausbau im Vergleich zu so manchen anderen Anbietern.

Den Entschluß in die Tat umsetzen ist auch keine große Hürde. "Feinkost"-Lidl ist flächendeckend vorhanden und so kann man das Erstausstatterset für 9,99 Euro mühelos in der Nähe erwerben. Neben einer Telefonkarte die man mühelos in die passende Größe seines Telefons bringen kann, bietet das Set eine Kurzanleitung deren Schriftgröße verbesserungswürdig ist. Abgerundet wird Ganze noch durch die Tatsache daß ein Betrag von 10,00 Euro beigefügt ist, den man zum Telefonieren nutzen können soll. In der Tat, auf den ersten Blick alles in Butter. Machen wir den Praxistest, ist hier auch alles in Butter? Oh ja, nur ist die Butter ranzig, soll heißen, bis zum klaglosen Telefonieren liegen noch einige Stolpersteine vor uns. Und das sieht in meinem Fall wie folgt aus:

Am Anfang war das Wort

Ich lese mir das kleine Heftchen unter Hinzunahme einer Lupe kurz durch. Ich aktiviere die Karte und setze sie vorsichtshalber erst mehr als eine Stunde nach dem Aktivieren wieder ins Gerät und schalte es ein. Kurzes Prüfen mittels "*100#" und schon ist klar, die 10,00 Euro stehen zur Verfügung. Aber halt, der eigentliche Monatstarif in meinem Paket beträgt ja eigentlich 14,99 Euro. Was tun? Der kluge Mann baut vor und hat, clever wie er ist, zwei weitere Aufladebons a 5,00 Euro erworben. Die Guthaben sind schnell aufgeladen. Ein prüfender Blick und … 20.- Euro werden mir als verfügbar angezeigt. Wie schön, den Endlostelefonaten mit so manchem Zeitgenossen scheint kein Stein mehr im Wege zu liegen. Da ist nur noch eine winzige Hürde.

Texte mich nicht zu, Alter

Wie befürchtet, Vodafone hat es in seiner allumfassenden Besorgtheit um das Wohl des Kunden,  nicht verabsäumt die Mailbox einzuschalten. Die Folge ist, ich muß das nervende Feature erst mal abschalten. Wie das geht ist im besagten Heftchen für mich fast hinreichend klar beschrieben. Nach Anwahl der Nummer "5500" muß ich mich noch ein wenig durch das Voicemail-System wühlen. Dabei stelle ich fest, dass ich vor dem Abschalten der Mailbox diese erst einmal fertig einrichten muß. Ich mache das mehr oder weniger gut gelaunt in dem ich immer dann, wenn ich gebeten werde etwas aufzusprechen, lang und anhaltend schweige. Erst danach kommt man mit Menüunterpunkt sieben dazu dem Elektroniktrottel das Handwerk zu legen. Ruhe an der Front. Das "Paradies mobilen Telefonierens", haben wir es endlich erreicht?

Den Rechtgläubigen erwarten einst zweiundsiebzig Jungfrauen im Paradies

Schön wäre es. Aber nach Abschluß der Mailbox-Amputation leuchtet kurz etwas auf auf dem Bildschirm. Von "Ihr aktuelles Konto beträgt 0,01 Euro" ist da die Rede. "Sicher ein Versehen, keine Panik", denke ich noch. Dass in diesem Moment zwanzig Euro sich quasi den sagenhaften zweiundsiebzig Jungfrauen im Paradiese zugesellt haben, die den rechtgläubigen Märtyrer empfangen werden, das will mir nicht in den Kopf, ein Versehen eben. Warum kriegen Märtyrer jetzt neben zweiundsiebzig Jungfrauen auch noch Bargeld? Und wozu braucht man Bargeld im Paradies? Fragen über Fragen. ich gehe erst einmal ins Bett. Wird sich sicher bis morgen früh in den unendlichen Weiten des Abrechnungssystem gefunden haben.

Der nächste Morgen … the show must go on

Der nächste Morgen graut am Horizont herauf. Ich will jemand überraschen und die Beste mit einem Weckanruf beglücken. Aber vorher noch eine klitzekleine Guthabenprüfung. "*100#" ist schnell eingetippt und abgesendet und … Ich traue meinen Augen nicht. Auf dem Bildschirm steht "Ihr Guthaben beträgt 0,01 Euro". Ich probiere es trotzdem und rufe an. Und es passiert das Unglaubliche. Der Ruf geht durch und es folgt eine fünfminütige Unterhaltung, deren Inhalt hier nichts zur Sache tut. Ich hatte doch Recht. Alles nur ein Irrtum im System. Frohgemut wähle ich die Nummer der Telefonhotline und bekomme … keinen Anschluß, denn wie wir alle wissen, mit einem Cent ist schlecht Telefonieren, auch bei Budget-Anbietern von Telefoniediensten.

Die Wunderwaffe kommt zum Einsatz … wenn sie nicht floppt

Gut dass ich gestern mein Lidl-Connect Kundenkonto im Internet eingerichtet habe. Dateneingabe und Festlegen eines einigermaßen sicheren Passworts sind eine Angelegenheit von Minuten gewesen. Gleich geht meine Nachricht an die Supporttruppe von Lidl-Connect raus und dann verflüchtigen sich die Probleme und das Paradies inklusive Jungfrauen … ok, das hatten wir schon. Also WEB Site aufrufen, Benutzername eintippen, dann folgt mein supersicheres Passwort dann die Entertaste gedrückt und dann folgt … nichts. Als ob Nichts gewesen sei, so kehrt der Cursor zurück auf den nun wieder freien Platz für mein megasicheres Passwort. Drei weitere Versuche .. niente, nada, nitschewo, kurz nichts. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Ich kenne das aus der täglichen Arbeit in einer Hotline. Wenn nichts mehr hilft, dann holen wir die aus purem Silber gefertigte "Wunderkugel" heraus mit dem sich auch die unwilligsten Probleme, die sich einer Lösung zu entziehen suchen, niedergestreckt werden können. Die der V2 Rakete ähnliche Wunderwaffe heißt "Löschen Sie doch mal die Cookies und den Cache". In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle tut das System nach einem erneuten Starten des Browsers auch erstaunlicherweise wieder seinen Dienst. Ganz anders ist das bei mir. Nach erfolgreichem Start meiner "V2" kommt die in unmittelbarer Nähe wieder herunter, m.a.W. der Zugang zum internet gestützten Kundensystem bleibt für mich weiterhin verschlossen. So muß sich Wernher von Braun zeitweilig auf Peenemünde auch gefühlt haben. Wie weiter? Irgendwie muß ich dem Anbieter doch klarmachen können dass hier irgendwas an den Prozessen mehr als verbesserungswürdig ist.

Die Armee Wenck kommt auch nicht.

Letzte Rettung scheint eine direkte E-Mail zu sein, direkt aus meinem Rechner heraus abgefeuert in das Zentrum der Kundenfreundlichkeit einschlägt. So wird sich eine Lösung der "Herausforderung" sicher bald, d.h. heute, finden lassen. Gesagt getan, den Sachverhalt kurz zusammenfassen, "senden" gedrückt und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Tagsüber prüfe ich zwischendurch die E-Mail. Totenstille herrscht. Dann am Abend bekomme ich die langersehnte E-Mail. Und was steht da?

"Liebe Lidl Connect Kundin, lieber Lidl Connect Kunde,

herzlichen Dank für Ihre Email, deren Empfang wir Ihnen gern mit dieser automatisch generierten Email bestätigen.  Durch das derzeit erhöhte Mailaufkommen kann die Bearbeitungszeit bis zu 72 Stunden dauern. Vielen Dank für Ihre Geduld.
Freundliche Grüße

Ihre LIDL Connect Kundenbetreuung
…"

Abgesang

Tja, Wunderkugeln helfen bei LIDL-Connect im Moment ebenso wenig wie vermeintliche Wunderwaffen. Und eine Entsatzarmee, die in letzter Sekunde irgendwas herumreißt, kann ich auch getrost zu den Akten legen. Hier hilft im Moment nichts, aber gar nichts außer "Abwarten und Tee trinken". Ich werde schon mal vorsorglich die Tee Vorräte auffüllen gehen, man weiß ja nie. Und ein wenig das demolierte Konto auffrischen, so mit fünf Euro kann auch nicht schaden. Vielleicht kommt er ja doch noch, der heißersehnte Zutritt ins "Paradies der Telekommunikation", mit oder ohne Jungfrauen ist mir in der Zwischenzeit auch schon ziemlich egal. Mein Wunsch ist ganz profan. Ich möchte die mir versprochenen Leistungen einfach haben und endlich eine Allnet-Flat haben. Ist das zuviel verlangt?

Freitag, 3. Oktober 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Tag der Deutschen Einheit

Dieser Beitrag ist der "West-Beitrag" zum Tag der Deutschen Einheit und eine Ergänzung zu einer Sicht aus östlicher Perspektive.

Da ist er, fast schneller als erwartet, der 24. Tag der Deutschen Einheit. Ich hatte mich geirrt. Der 25. Jahrestag des Falls der Mauer aber eben nicht der 25. Tag der Deutschen Einheit. Was verbinde ich, der ich von West nach Ost gewandert bin mit dem Tag der Deutschen Einheit? Zunächst einmal die DDR. Und die war für mich - mit Ausnahmen - weiter weg als der Mond. Ja, ich war ab und zu im "real existierenden Sozialismus" und ich erlebte ihn immer wieder von seiner "anheimelnden Seite" wenn ich mal wieder vom Westteil Berlins über den Transitkorridor nach Helmstedt führ. DDR? Das war dieses "schwarze Loch" das man schnellstmöglich durchqueren wollte und in dem man vielleicht ab und zu noch verbilligt an der Transittankstelle tanken konnte. Die DDR machte es einem auch nicht gerade leicht sie sympathisch zu finden. Und dann war sie auf einmal schneller weg als man es sich je hätte vorstellen können.  Und nun haben wir ein Deutschland und feiern die "Wiedervereinigung" am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Und was verbinde ich mit dem 3. Oktober 1990?

Ehrlich gesagt wenig, dieser Tag scheint mir immer noch ein wenig "aufgeblasen" und künstlich. Die Festrede zum 24. Tag der Deutschen Einheit, muss ich sie mir antun? Ich denke eher nicht. Zu weit sind meine Ansichten von den Ansichten derer entfernt die da in trauter Runde das Pathos einer "Wiedervereinigung" beschwören die keine war.

Wesentlicher und mir immer noch in Erinnerung sind die Ereignisse um den 9. November 1989, dem Tag "an dem die Mauer fiel". Damals lebte ich im Westteil von Berlin und wenn meine damalige Frau nicht gewesen wäre, dann hätte ich diese Nacht verschlafen. Sie war es, die die Nachricht im Fernsehen sah und darauf bestand dass wir unbedingt zum Brandenburger Tor müssten um, wie sie meinte, Geschichte hautnah zu erleben. Und da hatte sie im Nachhinein betrachtet zweifelsohne Recht behalten.

Wer damals dabei war, der wird die Momente sicher kaum vergessen als eine nicht enden wollende Menge durch die Mauer kam. In dieser Nacht war alles anders. Und wir alle waren euphorisch. Niemand konnte absehen was in der kommenden Zeit passieren würde. Nur eines war irgendwie klar, das war das Ende der DDR wie wir sie kannten. Optimistisch waren wir alle. Alles würde anders werden, auf alle Fälle besser.

Was dann kam, das war nicht unbedingt "besser". Anders war es auf alle Fälle. Viel von der Euphorie von damals ist schneller verflogen als man es geglaubt hatte. Für den Westen änderte sich sich einiges. Aber für die noch vor kurzer Zeit in wohlfeilen Sonntagsreden viel beschworenen "Brüder und Schwestern hinter dem eisernen Vorhang", für die änderte sich fast alles. Sie, für die "der Westen" noch vor kurzer Zeit unerreichbar gewesen war, standen nun staunend im Westen. Was niemand von uns im vollen Umfang zur Kenntnis nahm war die Tatsache dass nun alle, aber auch restlos alle, nach den Regeln des Westens zu spielen hatten.

Das fing mit der vollständigen Übernahme der Rechtsordnung des westlichen Teils an, die, wie verlautet werden ließ, sowieso die "freiheitlichere" war. Da wuchs nicht zusammen was zusammen gehörte, da überwucherte der Westen den Osten und ließ nicht einmal den Hauch einer Chance zu überlegen was der Osten zu einem gemeinsamen neuen Deutschland beitragen könne. Mit Verwunderung konnte der aufmerksame Beobachter auch feststellen wie Teile der Nomenklatura des einst ungeliebten "kleineren Bruders" die Seiten unter tatkräftiger Mithilfe des Westens die Seiten wechselten, eine "Serviceleistung" des Westens die man, obwohl einst mit Pomp und Ehren empfangen, nicht allen angedeihen ließ. Das einzig sichtbare Überlebende des Ostens war das Ampelmännchen und der Rechtsabbiegepfeil.

Das Zivilgesetzbuch der DDR? Es ist Geschichte. An seine Stelle trat das BGB von 1900. Das kurze und einfache Familiengesetzbuch der DDR? Es traf das gleiche Schicksal. Die einstige Chance des Grundgesetzes dass das deutsche Volk sich nach einer Wiedervereinigung gemeinsam eine Verfassung geben solle, diese Versprechen wurde in der Folgezeit heimlich still und leise aus dem Grundgesetz gestrichen damit nur nicht jemand aus Versehen auf falsche Ideen käme.

Das Zusammenwachsen der Dinge die zusammengehören, hat es stattgefunden? Das kommt sicher darauf an welcher Generation man angehört. Für die kurz vor oder nach dem Mauerfall geborenen existiert die DDR nur noch als Teil der Geschichte. Für die Menschen die das geteilte Deutschland noch gekannt haben, für sie wächst Deutschland sicher noch immer zusammen. Noch sind Ost und West nicht eins. Niedrigere Ostlöhne gibt es immer noch genau wie die niedrigere Ostrente und es gibt weiterhin interessierte Kreise die den östlichen Niedriglohn-Sektor Deutschlands weiter bestehen lassen wollen. Ob der Mindestlohn dem ein Ende setzen wird, wer weiss.

Ich bin im Osten angekommen. Leipzig, früher irgendein Punkt auf einer Landkarte, ist heute meine Heimat. Dass ich einmal dort landen würde, wenn man mir das vor dem 9. November 1989 gesagt hätte, ich hätte ihm einen Besuch beim Arzt empfohlen.

Und wie ordne ich die deutsch-deutsche Wiedervereinigung, die eine Übernahme war, heute ein? Trotz aller Widrigkeiten war es sicher der richtige Weg. Ob man auf diesem Weg soviel Porzellan hätte zerschlagen müssen? Die Wiedervereinigung ist für mich positiv besetzt wenn ich daran denke welche großartigen Menschen ich sonst niemals kennengelernt hätte. Eingetrübt wird das Ganze nur dadurch dass viele Chancen auf eine gemeinsam getragene Reform auch des Westens nicht genutzt worden sind.


Donnerstag, 7. August 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Sachsen wählt Ende August und was das mit Dir zutun hat



Ende August 2014 sind Landtagswahlen, u.a. auch in Sachsen. Und ich bin angetreten. Im August gilt es noch einmal alles zu geben für den Wahlkampf. Und das sind meine Gedanken zu meiner Kandidatur:

Daten, Daten, Daten

Listenplatz: 12
Direktkandidat: Wahlkreis 29 – Leipzig 3
Beruf und Tätigkeit: Berater im Bereich e-Government in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
Wohnort: Leipzig
Mitglied seit: 2009
polit. Funktionen: Vorsitzender des Kreisverbandes Leipzig
Mailadresse: w.willeke<at>piraten-leipzig.de
Webseite: http://ostpirat.blogspot.com/
Twitter: @ostpirat


Meine Ziele:


Als seinerzeit eher zufällig zugewanderter „Sachse“ habe ich mich in Leipzig und in Sachsen immer wohl gefühlt. Man sagt den Sachsen die drei „H“ nach. Sie seien „helle, heeflisch und heemtüksch“. Die ersten beiden „H“ kann ich unterschreiben, das dritte „H“ keinesfalls. Die Sachsen sind ein gemütliches Völkchen mit dem gewissen Pfiff.

Politik in Sachsen

Die sächsische Landespolitik läßt noch vieles zu wünschen übrig. Da ist der Sachsensumpf aus seligen Zeiten, der dem Land geschadet hat. Aus der Lage im Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland hat man in der Dresdner Staatskanzlei bisher nichts gemacht, dabei ist grenzübergreifende Kooperation in jeglicher Hinsicht notweniger denn je, z.B. ist man von einer koordinierten Drogenpolitik im Dreiländereck noch Lichtjahre entfernt.

Die Affäre um die Landesbank Sachsen ist ebenfalls kein Ruhmesblatt sächsischer Politik. Der Bürgerrechtsbegriff der sächsischen Innenpolitik den kann man mit dem Wort „widerrechtliche Funkzellenabfrage“ umschreiben. Der Bürger wird als potentielle Bedrohung und als Untertan begriffen. Der Bürger als Souverän der ist bei der sächsischen Staatsregierung bisher nicht angekommen.

Die regierende Koalition hat Sachsen in den Jahren nur verwaltet. Neue Ideen sucht man weiterhin vergebens.

Sachsen kann es anders und besser

Dabei kann Sachsen es besser wenn endlich frischer Wind in das Parlament einzieht. Die Piraten sind angetreten einen solchen frischen Wind im Parlament wehen zu lassen. Es ist Zeit für den Wandel angesichts der am Horizont bereits absehbaren Probleme. Zu diesen Problemen zählen der demographische Wandel, der Sachsen nicht verschonen wird.  Die Konkurrenz aus den Staaten der EU und aus anderen Staaten wird nicht warten bis der sächsischen Staatsregierung Konzepte eingefallen sind wie man Sachsen als attraktiven, innovativen und nachhaltigen Lebensraum, in dem die Bürger gern wohnen, ausgebaut hat. Der Abbau u.a. von universitären Einrichtungen im Freistaat unter dem Signums des Sparens koste es was es wolle,wird sicher nicht dazu beitragen die Attraktivität Sachsens zu stärken.

Das pure „weiter so“ der schwarz-gelben Regierung mit ihrer neoliberalen Denke wird Sachsen auf die Dauer nicht weiterbringen.

Die Zukunft hat gestern begonnen

Neues und unkonventionelles Denken ist gefragt. Die scheinbar sicheren Arbeitsplätze von heute sind morgen schon Geschichte wie die Abwanderung ganzer Branchen nach Fernost zeigt. Ganze Branchen wird der Wind des Wandels in den nächsten Jahren hinwegfegen. Schon gibt es bisher fast kaum wahrnehmbare Anzeichen für den Wandel. Das Bestellen von Waren vom anderen Ende der Welt ist heute schon Allgemeingut und reißt niemanden mehr vom Stuhl. Vor Jahren hatte man es gerade mal geschafft Waren aus dem Versandkatalog zu ordern und das auch nur bei einheimischen Firmen. Da werden heute schon auf den allgegenwärtigen Smartphones Programme installiert die langfristig den Taxifahrer zwar nicht gänzlich ersetzen werden, aber zumindest die Anzahl von Taxis reduzieren werden. Der Internethandel macht sich auf zu neuen Horizonten wenn Anbieter erste Versuche starten die verkauften Waren mittels unbemannter Fluggeräte (Drohnen) auszuliefern. Verstärkte Verzahnung von Verkehrsmitteln führen zu einem neuen Begriff von Mobilität. Langfristig wird nicht der Besitz eines Autos im Vordergrund stehen sondern die Lösung von Mobilitätsproblemen. Dazu zählen heute schon Car-Sharing und das Angebot Privater im Internet deren Autos während der ungenutzten Zeit nutzen zu können. All das wird Auswirkungen u.a. auch auf die Beschäftigungslage in Sachsen mit zahlreichen Automobilfertigungsstandorten haben.

Das Märchen von morgen

Ende der sechziger Jahre lief im Fernsehen eine Sendereihe „Raumpatrouille Orion“ und später lief dann die Erfolgsserie „Startrek“. Im Vorspann zur Serie „Raumpatrouille Orion“ hieß es „was heute noch wie ein Märchen erscheint ist morgen schon Wirklichkeit“. Und was gab es damals zu sehen? Bildschirme die man heute als Flachbildschirme in fast jedem Haushalt findet, sei es als Fernseher oder als Tabletcomputer. Auch Kommunikatoren die man am Handgelenk trägt waren damals noch Zukunftsmusik. Die ersten Geräte einer solchen Klasse kann man heute bereits im Internet bestellen oder in einem der zahlreichen Elektronikmärkte erstehen. Die Zukunft beginnt also nicht erst morgen oder irgendwann. Die Zukunft hat begonnen, gestern bereits. Und es ist an der Zeit sich Gedanken darüber zu machen wie man mit dem was heute noch wie ein Märchen in ferner Zukunft erscheint auch in Sachsen umgehen wird, wie man den Wandel gestalten kann und ihm nicht nur hinterherläuft.

Bürger oder Untertan, das ist hier die Frage

Dazu zählt auch die Frage welches Menschenbild die Regierung hat die da gewählt werden wird. Ist es der gläserne Untertan den es vorbeugend zu überwachen gilt und dessen Daten man haltlos sammelt weil man sie „irgendwann“ vielleicht doch nutzen kann? Oder ist es das Bild des Bürgers als Souverän und Inhaber von Rechten, u.a. auch des Rechtes auf Privatheit?

Sicher ist es ein Abenteuer einer kleinen Partei die Stimme zu geben. Aber was ist heute schon ohne Risiko? Und dieses Risiko ist überschaubar. Die großen Parteien haben bisher nur gezeigt daß sie nur verwalten, Besitzstände ihrer Klientel wahren und nicht gestalten wollen oder können. Wir brauchen wenn wir die Zukunft bestehen wollen keine Verwalter sondern Gestalter mit neuen heute vielleicht noch utopischen Ideen.

Für dieses Gestalten bitte ich die Wähler um ihre Stimme. Wir müssen über den Tellerrand hinausschauen und den Wandel einleiten. Wenn nicht jetzt wann sonst? Also, was sitzt Ihr noch rum? Ende August habt Ihr es in der Hand den Wandel einzuleiten. Die Wahl zum sächsischen Landtag ist Eure Chance.

Montag, 17. März 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute Junge Piraten nicht nur in Sachsen

Ich erinnere mich an meine Jugend, lang, lang ist's her. Ich war damals eher ein Verfechter einer "geraden politischen Linie" die man heute wohl eher als "an die Wurzel gehend" (radikal) bezeichnen würde. In der politischen Jugendorganisation in der ich war wurden ebenfalls Äußerungen getan die nicht allen in der Mutterpartei in das Konzept passten. Und doch hat man sich einigermaßen zusammengerauft. Seit dieser Zeit hat sich manches ereignet und ich bin wohl erheblich ruhiger geworden. Die letzten Monate in der Piratenpartei habe ich zumeist schweigend hinter mich gebracht. Und darum billige ich den Jungen Piraten auch zu ihre vielleicht manchmal überspitzten Ansichten, die letztlich der gemeinsamen Sache dienen, in die Öffentlichkeit zu tragen. Der letzte mir bekannten Beitrag "Verwaltung heißt Verantwortung" zählt auch dazu, bedarf nach meiner (Jawohl meiner) Ansicht jedoch ein paar Anmerkungen. Die Jungen Piraten schreiben da:"

Vor einigen Wochen hat eine Gruppe in der IT und der Verwaltung der Piratenpartei eine Aktion namens Orgastreik durchgeführt. Hierbei hat diese Gruppe die Infrastruktur, die ihr von der Partei anvertraut wurde, sabotiert um von der Partei ein ihr genehmes Verhalten zu erpressen. 

Nein, liebe junge Mitpiraten, mir scheint Ihr habt bis heute nicht begriffen um was es beim Orgastreik ging. Diese Aktion war an uns alle gerichtet und war ein Apell an vernünftige Umgangsformen unter uns allen, nicht mehr und nicht weniger. Von Sabotage i.S. der Erreichung eines politischen Ziels kann nicht die Rede sein. Es ging nicht darum eine bestimmte politische Ansicht durchzudrücken. Es ging darum allen in der Partei klarzumachen dass auch der innerparteiliche Opponent letztlich ein Mensch ist dem man mit Respekt zu begegnen hat und dem man nicht unlautere Motive unterstellen sollte. Zudem sollte es zu einem notwendigen innerparteilichen Dialog über die Grenzen von Gruppierungen hinaus kommen sollte.

Von Erpressung - s. v. § 253 StGB - kann nicht die Rede sein, allenfalls unter Druck setzen und unter DRuck gesetzt sollten wir alle.

Weiter heisst es:

"Sonntagabend sind drei Mitglieder des Bundesvorstands der Piratenpartei, darunter der Schatzmeister und die Generalsekretärin zurückgetreten und haben den Bundesvorstand dadurch handlungsunfähig werden lassen. Als Begründung für diesen Schritt wurde angegeben, man wolle eine Gelegenheit bieten, “die Piraten endlich von ihrem politischen Schlingerkurs zu befreien” und man habe es nicht geschafft “als Vorstand ein Team” zu werden. Gescheitert sei der Vorstand laut den drei Ausgeschiedenen an der Ausrichtung der Partei. Der Rücktritt lässt die Partei knappe zehn Wochen vor der Wahl des EU-Parlaments ohne einen handlungsfähigen Vorstand dastehen und zieht den Fokus vom Wahlkampf auf pure Selbstbeschäftigung.
In beiden Fällen wurden Machtpositionen ausgenutzt, um der Partei Schaden zuzufügen und so eigene Positionen durchzusetzen."

Den Rücktritt vom Sonntag halte ich im Moment für wenig hilfreich, kann aber verstehen wenn jemand sein politisches Amt niederlegt weil er ein bestimmtes Verhalten nicht mehr mitzutragen gedenkt. Der Freiheit für ein Amt zu kandidieren steht zugleich auch das Recht jedes Einzelnen zu sein Amt dann niederzulegen wenn er ein bestimmtes politisches Verhalten nicht mittragen kann und will. Man mag das anders sehen. Zu einem Verbleiben in einem Amt kann jedoch kein Amtsträger gezwungen werden. Hilfreich ist der Rücktritt zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicher nicht, verhindern kann man ihn so z.Z.nicht.

Ich denke dass sich die Piraten in der Verwaltung und IT und auch die zurückgetretenen BuVo Mitglieder sehr wohl ihrer Verantwortung bewußt waren und bewußt sind. Sie wissen sicher dass ihre Positionen - die sie i.Ü. unbezahlt lange lange Zeit für uns alle ausführen - Machtposition sind.

Der Schluß der Jungen Piraten, daß diese Verantwortung auch dazu führen müsse, dass man sich nicht die eigene Neutralität einreden dürfe, ist mehr als dürftig. Zwar sind alle Entscheidungen innerhalb einer politischen Vereinigung auch politisch, falsch ist aber das weitere Argument mit dem unterstellt werden soll die Aktivisten hätten für sich Adjektive wie "neutral" oder gar "objektiv" reklamiert.

Darum ging und geht es bei diesen Aktionen nicht. Es geht zusammengefaßt bei der Frage des Orgastreiks um ein sehr deutliches "Reißt Euch mal zusammen und redet endlich miteinander anstatt übereinander". 

Beim Rücktritt der drei BuVo Mitglieder geht es soweit ich es verstanden habe um ein Signal gegenüber einer Gruppierung innerhalb der Piraten, die meint allein mit den Weihen des "Antifaschismus" versehen - den man deren eben nicht zubilligt, sondern die man gern und lautstark in die wie immer geartete "rechte Ecke" stellen will - eben dieser Gruppe einmal klar zu machen dass sie kein Mandat haben für "die Piraten" zu sprechen.

Ein solches Signal wäre es gewesen seitens des BuVo einmal klare Stellung zu beziehen gegen eine "Demokratie der Lautstärke". Dieses Signal fehlte und fehlt vielen Piraten bis heute und hat dazu geführt dass viele gute Leute die Partei verlassen haben. Und weitere gute Leute stehen in den Startlöchern dazu. In solch einer Situation mag man den Satz prägen "Ideologiefreiheit ist eine Lüge. Wir sind politisch, nicht unpolitisch."

Der Verfasser müßte nur noch erklären was er unter der "Lüge der Ideologiefreiheit" - die niemand der Kritisierten für sich erkennbar in Anspruch nimmt - versteht. Mir schwant da nichts allzu Gutes. Dem Nimbus des "Ideologischen" folgt oftmals die Ideologie der Verfechter der "einzig wahren Prinzipien" zu sein. Und ehrlich gesagt solche "Prinzipienwahrer" und "Verfechter des einzig wahren Glaubens" hatte die Menschheit als Zwangsbeglücker schon allzu oft. Ich will hier nicht die unpassende Keule der "Extremismusgleichsetzerei" schwingen. Mir reicht es darauf hinzuweisen dass die, die die Ideologie (des rechten Weges) für sich gepachtet haben gar allzu oft als Sektierer enden.

In diesem Sinne, auf weitere gute Zusammenarbeit und denkt mal darüber nach dass vielleicht nicht jeder andersdenkende Pirat gleich ein "Erpresser, Saboteur, Renegat oder Häretiker ist der die einzig wahren Ideale verrät".

Auch ich möchte an dieser Stelle den Bundesvorständen danken, die weiter ihre Arbeit machen, aber auch  denen den Respekt nicht versagen, die bisher ihre Arbeit geleistet haben nun aber aus nachvollziehbaren Gründen meinen ihr Amt niederlegen zu müssen. Es ist nun an uns allen - alte und junge Piraten - endlich das zu machen was lange überfällig ist, eine offene Diskussion innerhalb der Partei.

Und ganz zum Schluss nur noch ein kurzer Hinweis. Zur politischen Verantwortung gehört auch das Anhören des anderen, auch und gerade wenn und bevor man in die Öffentlichkeit tritt. Das hat mir in der Verlautbarung der Jungen Piraten entschieden gefehlt.

Dienstag, 4. März 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Ein Brief aus der Ukraine

Der heutige Artikel soll sich mit den Vorgängen in der Ukraine aus der Sicht einer Ukrainerin befassen. Mehr als fünf Jahre habe ich in der Ukraine verbracht, mehr als acht Jahre in Russland. Ich kenne Menschen in beiden Ländern und viele davon kann ich mit stolz als "meine Freunde" bezeichnen. Umso mehr tut es mir weh zu sehen was zur Zeit dort passiert. Die Situation ist mehr als verworren und ich bilde mir nicht ein mir ein abschliessendes Urteil bilden zu können. Den nachfolgenden Text habe ich heute von einer meiner ukrainischen Freunde bekommen und ich stelle die Übersetzung - mit all ihren Fehlern - mal hier in das Netz weil ich denke dass sich die Menschen im Westen selbst ein Urteil bilden sollten unabhängig von westlichen oder östlichen Medien. Einen Kommentar werde ich an dieser Stelle nicht schreiben. Ich bin ein Beobachter fernab von dem was da in der Ukraine gerade passiert. Aber meine Gerdanken sind bei meinen Freunden in der Ukraine und in Russland, die im Moment schwere Zeiten durchleben. Ich finde den Gedanken unerträglich dass sich die Kinder meiner Freunde in beiden Ländern vielleicht bald in Waffen auf "Befehl von oben" gegenüberstehen.

Und hier nun der Brief von Irina mit der gemeinsam gearbeitet habe, mit der wir aus unserem Team Probleme gelöst und gelacht und auch gefeiert haben.

Liebe Freunde,

Endlich haben wir haben die Möglichkeit, eine saubere, freie, demokratische Gesellschaft zu errichten! Das Regime von Korruptionären und Mördern, die mit ihren Familien die Ukraine vier Jahre lang ausplünderte und eine Diktatur schufen, ist gestürzt.
Lest mehr über uns und schaut den ukrainischen Fernsehsender "Channel 5", " Gromadska TV" und glaubt nicht ein Wort der russischen Propaganda, denn was sie sagen ist nicht wahr.
In Kiew ist es jetzt, nachdem die "Berkut"-Einheiten (Sondereinsatzkommandos der Polizei für die innere Sicherheit - Anmerkung des Übersetzers) friedliche Demonstranten erschossen haben, ruhig auf dem Maidan. Die Menschen in Kiew legen Millionen von Blumen auf den Platz, wo hunderte unbewaffnete Menschen auf den Befehl des Verbrechers Janukowitsch hin getötet wurden. Wir waren die ganze Zeit auf dem Maidan - Die Ukrainer haben es satt in unter einer korrupten Banditenregierung zu leben die selbst die Gesetze für sich schrieb.

40 Millionen pro Jahr hat Janukowitsch und seine Familie den Menschen gestohlen. Auf der Krim herrscht eine russische Agression. Nazis ? - Das sind Putin und Janukowitsch, die wegen ihrer imperialen Ambitionen selbst die Welt in die Luft sprengen würden. Dutzende unserer Freunde sitzen auf der Krim zu Hause - Russischen Truppen patroullieren auf der Straße mit Waffen - Das ist ein Präzedenzfall . Könnte man in Kasachstan oder Deutschland so einfach Truppen auf die Strasse schicken? Und in der Ukraine? Wie kann man gegen seine Brüder kämpfen? Die fortschrittlichen Weltgemeinschaft unterstützt uns. 
Seht selbst wie unser Präsident und Generalstaatsanwalt Pshenko lebte in Mezhigorie  - Alles ist im Internet zu sehen. Wir hoffen, dass Ihr uns unterstützt.

Liebe Grüsse Iryna S.

Nachtrag: Bilder aus dem Anwesen des ehemaligen Präsidenten Janukowitsch

Sonntag, 2. März 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Politische Rüpel

Man hat sie in jeder Partei. Gemeint sind die, die sich selbst offenbar als "Gralshüter des einzig wahren Weges" darstellen und heute die Rolle derer übernehmen die seinerzeit die Inquisition beim Kampf gegen Häretiker inne hatte oder die aus Sorge um die innerparteiliche ideologische Reinheit auch nicht davor zurückschreckten mal kurz "reinen Tisch zu machen".

Die Ergebnisse des Wirkens der bar jeden Selbstzweifels Wirkenden kann man, sofern man sich ein wenig für Geschichte interessiert, an vielen Orten dieser Welt wiederfinden, leider.

Ich bin seinerzeit in eine Partei eingetreten, die sich dem Neuen verschrieben hatte und auch heute noch verschrieben hat. Das Neue ist die digitale Gesellschaft die vielerlei Chancen für die Menschen bietet. Im Internet einkaufen? Kein Problem. Mit Freunden aus Übersee kostenlos telefonieren? Skype macht's möglich. Und seine Ansichten einer unbestimmbaren Anzahl von Leuten rund um die Welt kundzutun? Auch das ist heute eine Selbstverständlichkeit. Mit Hilfe von "Social Media" kann jeder sich und seine Ansichten ohne grossen Aufwand publizieren.  Aber auch so manche Gefahr die man selbst nach der Lektüre des Buches "1984" von  George Orwell für kaum vorstellbar hielt, sind spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden aus der Sphäre der Fiction in die Wirklichkeit eingekehrt. Gut dass es da neben dem Einheitsbrei der Bundestagsparteien eine neue politische Gruppierung gibt die sich dieser und anderer Probleme, wie z.B. die Frage nach dem bedingungslosen Grundeinkommen und dem Ende des Mythos von der "Vollbeschäftigung". Diese politische Kraft sind die Piraten.

2009 bin ich bei den Piraten "aufgeschlagen". Nach langjähriger politischer Abstinenz fand ich eine gute Aufnahme bei den Piraten in Leipzig. Auch wenn ich in der Folgezeit einige weniger schöne Auseinandersetzungen miterleben durfte, so ist die Piratenpartei immer noch MEINE politische Heimat. Viele nette Leute habe ich in der Zwischenzeit auf ungezählten Veranstaltungen der Piraten kennengelernt. Und es macht Spass gemeinsam mit ihnen politische Aktionen vorzubereiten und durchzuführen.

Mich freut es auch wenn neue Leute den Weg zu den Piraten finden. Mit meinen mehr als sechzig Jahren habe ich so manches gesehen und die Erziehung die ich genossen habe unterscheidet sich wohl doch von dem was heute so unter "Erziehung" und "gute Manieren" verstanden wird. Für mich zählt dazu in einer politischen Gruppierung mit dem Anspruch den die Piraten an sich selbst stellen nach meiner Meinung auch, dass man sich einigermassen gesittet verhält wenn Fragen gestellt werden die einem selbst vielleicht nicht passen mögen.
Dazu gehört auch das Selbstverständnis, dass alle Piraten untereinander einen höflichen Umgangston anschlagen. Und so ganz am Rande sei nur erwähnt dass das piratige Selbstverständnis wohl auch beinhaltet dass Mandatsträger nicht "über dem gemeinen Fussvolk" stehen. Eine schnodderige Antwort auf den Hinweis dass manche Leute im Dunstkreis des Mandatsträgers besser nicht kandidieren mögen da sie sich zu sehr exponiert haben hilft da wohl kaum weiter. Nur gut zu wissen dass die dabei infrage stehende "Bereicherung" es dann doch letztlich nicht in den Landesvorstand schaffte. Es steht zu befürchten dass sie die Riege der Piraten mit Umgangsformdefizit nur unnötig erweitert hätte.

Vielleicht ist in der Zwischenzeit tatsächlich eine Gruppe der "Rechtgläubigen Lordsiegelbewahrer" entstanden die sich allmählich abhebt von der von ihnen so oft zitierten Basis und die dabei nicht nur alle Umgangsformen vermissen lassen, wer weiss das schon? Gut zu wissen dass ich solche Leute in dem Kreisverband ich dem ich bin nicht antreffe.

Dienstag, 25. Februar 2014

Worte des Vorsitzenden ... heute: Von Bomben und anderen Gates

Seit einiger Zeit erschüttert eine Diskussion die Piraten. Es geht um die Aktion einer Piratin die sie - wie sie meint - nicht als Piratin ausgeführt hat. Mit den Worten "Thanks Bomber Harris" wollte sie nach eigenem Bekunden Nazis provozieren.

Das ist gründlich daneben gegangen wie wir heute alle wissen und weder der Bundesvorstand noch der LaVo Sachsen hat sich in seinen Stellungnahmen dazu nach meiner unwesentlichen Meinung mit Ruhm bekleckert. Die Stellungnahme des LaVo Sachsen-Anhalt gefällt mir da wesentlich besser. Und auch das was ich von einem Mitglied der Fraktion der Piraten im Abgeordnetenhaus las hat nicht meine Meinung dazu getroffen sondern ist m.E. nach ein Rumreden um den heissen Brei. Framing hin oder her.  Getroffen war ich allerdings als ich von Geschichtsrevisionismus las und merkte dass all die die einen moderateren Ton forderten mit der Nazi-Keule oder der Nazi-Hilfssympathiesantenkeule bedacht wurden.

Es kann in der Sache vorliegend auf sich beruhen ob Dresden seinerzeit ein militärisches Ziel war oder ob die Bombardierung von Dresden im Februar 1945 "lediglich" dem "moral bombing" diente. Davon wird kein Toter lebendig. Unstrittig ist sicher dass man den Siegern des Zweiten Weltkrieges dafür danken kann dass, sie das Naziregime beseitigten. Ich fand - und finde - die Aktion von A.H. - auch wenn sie es nicht so meinte wie sie im Nachhinein sagte - idiotisch, unüberlegt und mehr als nur geschmacklos. Sie hat nicht als Piratin handeln wollen, wurde aber als solche wahrgenommen, ob ihr das passt oder nicht. Aber das ist meine Meinung. Ich will zukünftig letztlich keine Entschuldigungen mehr von irgendwelchen mit "höheren Weihen" ausgestatteten selbsternannten "Rettern der Menschheit " die billigend in Kauf nehmen dass ihre Aktionen auf "die Piraten" zurückfallen. Ich möchte einfach dass sich gleicher oder ähnlicher Blödsinn, auch wenn er von manchen mit den Weihen des "Antifa" Kampfes bemäntelt wird, nicht wiederholt.

Kein heutiger noch lebender Nazi oder ein Neonazi wird dadurch getroffen dass man sich solche Parolen auf die Brust pinselt. Aber große Gruppen von Menschen, seien sie Zeitzeugen oder erst Nachgewachsene, wurden und werden in ihrem Empfinden verletzt wenn die Toten nicht nur von Dresden so in Erinnerung gerufen werden. Und ganz am Rande sei nur erwähnt dass zu den Toten der Bombardierung nicht nur Nazis zählten, sondern auch Kriegsgefangene und Juden die sich nicht in Keller flüchten durften. Nicht bedacht hatte die Aktivistin, der ich wie viele andere auf dem BPT in Bochum meine Stimme gab da ich sie für eine integre und engagierte Piratin im Bereich Migration schätzte und immer noch schätze, dass man so Menschen auch in die Arme von Demagogen treiben kann. An all das hätte man denken können und müssen.

Aber ok, das ist Geschichte - hoffentlich. We all learnt our lessons, hopefully.

Ich gehöre nicht zu den jüngeren Piraten und kenne noch persönlich Leute die seinerzeit keine Nazis waren und es auch heute nicht sind, die sich aber auf Grund eigenen Erlebens von Bombardierungen durch solche vorgeblichen Antinazi-Aktionen mehr als nur "auf den Schlips getreten" fühlen. Dazu zählt u.a. meine Mutter, die 1933 geboren - im Jahre 1942 selbst erleben könnte wie Tiefflieger auf Zivilisten schossen. Die erlebte, wie ihre Schulfreundin plötzlich nicht mehr da war weil ein Bombentreffer das Haus in dem sie wohnte dem Erdboden gleichmachte und mit ihm alle Menschen darin. Die erleben musste wie ihre Cousine aus einem verschütteten Keller geborgen wurde und seit diesem Tag nicht mehr die war die sie einst gewesen war. Das nur mal so am Rande. Den Rest kann man hier gut zusammengefasst finden.

Ich kann verstehen dass es Leute gibt die aus einer mehr als grossen Trauer darüber dass heute wieder Ewiggestrige durch Dresden marschieren und die Toten des 13. Februar für sich vereinnahmen wollen, zu ungewöhnlichen und manchmal drastischen Mitteln greifen. Aber ich kann es nicht billigen für mich, und ich rede hier nur für mich. Ich werde nicht aus den Piraten austreten. Ich werde auch nicht darauf verzichten den Europwahlkampf zu führen. Dabei steht mit den am Horizont heraufziehenden Rechten wie Le Pen u.a. zuviel auf dem Spiel. Ich stelle aber dennoch die Frage an Anne ob sie sich selbst noch als geeignete Kandidatin sieht. Aus meiner Sicht ist sie es nicht.

Ich werde diese Liste unterstützen, nicht wegen Anne, sondern trotz Anne.

Das bedeutet aber auch zugleich, dass ich mich vor Anne stelle wenn sie infolge ihrer Arbeit von angefeindet und bedroht wird. Piraten werden niemanden im Regen stehen lassen wenn es um die Bedrohung von Rechts durch Radikale jeglicher Couleur geht, mag man sich selbst auf einem linken Spektrum der Piraten verorten oder nicht.

Laßt uns beginnen miteinander zu reden, laßt uns bei allen Aktionen bedenken ob wir sie auch mit den Augen anderer in der Partei betrachtet haben und dann noch an ihnen festhalten. Etwas mehr Mäßigung und Rücksichtnahme tut uns allen gut.

In diesem Sinne, an die Arbeit.